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EXIF-Metadaten lesen: Schritt für Schritt

Was EXIF eigentlich ist, wie du die Daten aus jedem Foto kostenlos ausliest und was die wichtigsten Tags wirklich bedeuten.

EXIF (Exchangeable Image File Format) sind Metadaten, die Kameras und Smartphones in Fotodateien schreiben. Dazu gehören Datum und Uhrzeit, GPS-Koordinaten, Kamera- und Objektivdaten, Belichtungseinstellungen, Copyright-Hinweise und einiges mehr. Wer wissen will, wann und wo ein Foto wirklich entstanden ist, kommt am schnellsten über die EXIF-Daten ans Ziel. Für Versicherungen, Immobilien oder Journalismus ist das oft entscheidend.

Diese Anleitung zeigt, wie du EXIF unter macOS, Windows, im Browser und auf dem Smartphone ausliest. Außerdem erklärt sie, was die häufigsten Tags bedeuten.

EXIF im Browser lesen (ohne Installation)

Am schnellsten geht es mit dem EXIF Viewer auf dieser Seite:

  1. Seite öffnen.
  2. Foto darauf ziehen.
  3. Der Viewer parst die Datei lokal im Browser (es wird nichts hochgeladen) und zeigt die Standardfelder in einer Tabelle. Sind GPS-Daten vorhanden, landet der Ort als Pin auf einer Karte.

Funktioniert mit JPEG, PNG, HEIC und TIFF von beliebigen Smartphones und Kameras.

EXIF unter macOS lesen

  • Datei im Finder rechtsklicken, Informationen, dann Mehr Infos ausklappen. Du siehst grundlegende Kamera- und Belichtungsdaten, aber kein GPS.
  • Für vollständige EXIF-Daten das Foto in Vorschau öffnen, dann Werkzeuge → Inspektor einblenden (⌘ ⌥ I). Über die Reiter oben erreichst du EXIF- und GPS-Daten.
  • Fotografen greifen oft zu exiftool auf der Kommandozeile. exiftool foto.jpg listet jedes Tag der Datei auf.

EXIF unter Windows lesen

  • Datei rechtsklicken, Eigenschaften, Details. Die meisten Kamera- und Belichtungsfelder sind sichtbar. GPS taucht gegebenenfalls als Zeilen für Breiten- und Längengrad in Dezimalform auf.
  • Für mehr Tiefe lohnt sich ExifTool für Windows oder eine Oberfläche wie ExifTool GUI.

EXIF auf dem iPhone lesen

  • Foto in der App Fotos öffnen und nach oben wischen. Der Bereich "Info" zeigt Kamera, Belichtung, GPS und Adresse, sofern die Ortungsdienste bei der Aufnahme aktiv waren.
  • Für rohe EXIF-Dumps eignen sich Halide, Metapho oder eine beliebige EXIF-Viewer-App.

Der browserbasierte EXIF Viewer läuft auch problemlos in Mobile Safari. Praktisch, wenn du keine zusätzliche App installieren willst.

EXIF unter Android lesen

Google Photos zeigt im Bereich Info einen Ausschnitt der EXIF-Daten. Für den vollständigen Satz funktionieren Files by Google oder eine beliebige EXIF-Viewer-App. Auch hier läuft das Browser-Tool in Chrome und Firefox auf Android.

Was die wichtigsten Tags bedeuten

Eine kurze Referenz. Nicht erschöpfend, sondern auf das beschränkt, was du wirklich brauchst.

Datum und Uhrzeit. Drei Tags, die oft verwechselt werden:

  • DateTimeOriginal: der Moment der Aufnahme (Auslöser).
  • CreateDate (manchmal DateTimeDigitized): wann die Datei erzeugt wurde, meist identisch mit Original.
  • ModifyDate: letzte Änderung der Datei. Bildbearbeitungen aktualisieren diesen Wert. Für die Frage "wann wurde das Foto gemacht" zählt fast immer das Original.

GPS.

  • GPSLatitude / GPSLongitude: Koordinaten, in der Anzeige meist als Dezimalgrad.
  • GPSAltitude: Höhe über dem Meer. Weniger zuverlässig als die horizontalen Koordinaten.
  • GPSDateStamp / GPSTimeStamp: UTC-Zeit zum Zeitpunkt der GPS-Messung. Eignet sich als Plausibilitätsprüfung gegen DateTimeOriginal.

Kamera und Objektiv.

  • Make / Model: Marke und Modell der Kamera.
  • LensModel: Objektiv (sofern die Kamera es meldet).
  • Software: was die Datei geschrieben hat. Bei einem Smartphone die iOS- oder Android-Version. Steht hier Lightroom, Photoshop oder Ähnliches, ist das ein deutlicher Hinweis auf nachträgliche Bearbeitung.

Belichtung.

  • FNumber: Blende (z.B. 2.8 für f/2.8).
  • ExposureTime: Verschlusszeit, meist als Bruch (1/250).
  • ISO: Empfindlichkeit des Sensors.
  • FocalLength: Brennweite in mm.

Urheberangaben.

  • Artist und Copyright: werden bei Kameras gesetzt, in denen ein Name hinterlegt ist. Häufig leer.

Was fehlt oder entfernt wird

Es gibt mehrere typische Situationen, in denen EXIF verschwindet:

  • Social-Uploads. Instagram, Facebook, WhatsApp, Twitter und die meisten anderen entfernen GPS (oft sogar alle EXIF-Daten) beim Upload, um Nutzer zu schützen. Wenn der Standort eines Fotos auch nach dem Teilen sichtbar bleiben soll, hilft nur ein in die Pixel gerannter GPS-Stempel.
  • Manche Messenger. iMessage und AirDrop erhalten EXIF, viele plattformübergreifende Messenger nicht.
  • Bildbearbeitung. Manche "Speichern unter"-Pipelines verwerfen EXIF, sofern es nicht ausdrücklich erhalten bleibt.
  • Screenshots. Ein Screenshot ist ein neues Bild. Er trägt die EXIF-Daten des Geräts, das ihn aufgenommen hat, nicht die des Originalfotos.

Wenn du vermutest, dass EXIF entfernt wurde (oder nie da war), schaust du am schnellsten im EXIF Viewer nach.

EXIF bearbeiten oder entfernen

Diese Anleitung dreht sich ums Lesen von EXIF, ein paar Worte zum Schreiben:

  • Nur GPS entfernen. macOS Fotos: Bild → Ort → Ort ausblenden. Windows: rechtsklicken, Eigenschaften → Details → Eigenschaften entfernen.
  • Alle EXIF-Daten entfernen. Ein kostenloses Desktop-Tool wie exiftool oder ein Online-EXIF-Stripper (Achtung: bei diesen wird das Foto hochgeladen) erledigt das.
  • Datumswerte ändern. Kameras lassen das EXIF-Datum nach der Aufnahme in der Regel nicht mehr verändern, exiftool schon. Viele Dateimanager zeigen ModifyDate an, was leicht zu Verwechslung führt: das ist die Änderungszeit der Datei, nicht der Aufnahmezeitpunkt.

Die TimeStamp-Camera-Tools auf dieser Seite lesen und stempeln, sie bearbeiten nicht. Sie verändern die EXIF-Daten der Originaldatei nicht und erzeugen lediglich ein neues Bild mit sichtbarem Stempel.


Weiterführende Artikel:

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